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Meldungen aus dem Jahr 2017

Pächterwechsel in der Sportgaststätte TuS Gaarden

Januar 2017
Pächterwechsel
Der 1. Vorsitzende Dieter Bünning mit neuer Chefin Sylvia und alter Chefin Karin (v.li.).
Im Sommer 2016 feierten wir noch die 10-jährige Zusammenarbeit mit unserer Pächterin Karin Trede. Aber da war schon klar, dass sie den Betrieb zum Jahreswechsel 2016/17 in jüngere Hände geben würde. Der Verein hatte sich schon damals für ihre Tochter Sylvia als Nachfolgerin für die Sportgaststätte TuS Gaarden entschieden.

Am 1. Januar 2017 war es nun wirklich so weit. So richtig glauben konnte man es noch nicht. Zur offiziellen Übergabe hatten Karin, Sylvia und der Vorstand zu einer kleinen Feier geladen. Eingeleitet wurde sie von Calin & Hendrik, die zur Einstimmung einige Gitarrenstücke spielten; man beachte: Ohne technische Aufrüstung.
Dann begrüßte der 1. Vorsitzende Dieter Bünning die Gäste. So ein Wechsel ist immer auch ein Anlass für ein Dankeschön und für einen kleinen Rückblick. Der Dank geht zunächst mal an Silvia Hötzsch, und zwar dafür, dass sie sich mit einer Partnerin um dieses Heim beworben hatte. Aber wir haben uns anders entschieden.
Zehn Jahre sind ja eine lange Zeit als Pächterin. Bisher hatten wir das noch nicht erreicht: Dass wir 2006 Karin Trede als Pächterin gewinnen konnten, die als "alte" Gaardenerin, die hier auch ihren Lebensmittelpunkt hat, die Wünsche und Bedürfnisse "ihrer" Gaardener kennt, hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen, denn sie schaffte es, das Vereinsheim nach turbulenten Zeiten wieder in ruhiges Fahrwasser zurückzubringen. Man kann sich hier wohlfühlen. Dafür sagen wir: Danke.

 

Calin & Hendrik
Calin & Hendrik an der Gitarre.
Die Sportgaststätte auf der Baukampfbahn ist Mittelpunkt der TuS Gaarden, aber auch andere Vereine und Gruppen nutzen regelmäßig die Räumlichkeiten, so dass man sagen kann, das Heim hat sich gerade in Karins Ägide zu einem Mittelpunkt Gaardens entwickelt, zumal ja auch immer mehr Gaststätten in den letzten Jahren weggefallen sind. Die Alte Gaardener Gilde von 1738 hat vor 17 Jahren sogar ihren Gildeplatz hierher verlegt und feiert seitdem hier alljährlich ihr traditionelles Gildefest.
Seit Sommer 2015 ist unsere Sportgaststätte auch SKY-Stützpunkt und wird zur Fußball-Bundesliga und zur Handball-Championsleague gerne aufgesucht. Bei preiswerten Speisen und Getränken lassen sich die Spiele ganz entspannt verfolgen. Unseres Wissens sind wir sogar der einzige SKY-Stützpunkt in Gaarden.

Die zehn Jahre mit ihr und ihrem Team sind eine Erfolgsgeschichte, die allerdings auch mit viel Arbeit verbunden ist, die man als Außenstehender meist gar nicht mitbekommt. Es ist ja nicht mit sechs oder sieben Stunden Öffnungszeit allein getan. Wie schwer sich Vereinsheime manchmal tun, konnte jeder sehen, der in den letzten Monaten aufmerksam die Zeitung gelesen hatte. Wie viele Vereine suchten neue Pächter, und einige innerhalb kürzester Zeit sogar mehrmals.

Jetzt kommt es darauf an, dass auch die Mitglieder unseres Vereins dieses Heim wieder stärker als ihr Heim ansehen und nicht ihr eigenes Süppchen kochen. Das geht nicht, und das werden wir auch nicht zulassen.
Für Karin haben wir den Wunsch, dass gesundheitlich wieder alles in die Reihe kommt, damit sie ihren "Unruhestand" genießen kann. Mit bewegenden Worten verabschiedete sie sich von ihren Gästen. Wir können uns aber gar nicht vorstellen, dass sie "spurlos" ihren Platz verlässt. Sie muss sich nur daran gewöhnen, dass sie nun nicht mehr Chefin ist …

Sylvia Hildebrandt wünschen wir einen guten Start und viel Glück für ihren neuen Wirkungskreis an alter Stelle, aber in anderer Position, und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit zum Wohle des Stadtteils und des Vereins. Anders kann ein Sportheim gar nicht funktionieren, denn es ist doch ein Unterschied, ob ich eine Gaststätte in irgendeinem Haus gepachtet habe oder eben ein Sportheim: Hier ist immer auch der Verein im Fokus.

Dieter Bünning
(Fotos: Martin Geist)

Neues Buch: Gaarden, wie es früher mal war

von Walter Ehlert
Der Hobby-Historiker Walter Ehlert hat ein Buch mit Geschichten über den Ostufer-Stadtteil geschrieben. Es ist im Herbst erschienen und in den Kieler Buchhandlungen und im Stadtarchiv zu erhalten.

Gaardener Handel und Wandel in Geschichte und Geschichten: Streifzüge durch die Geschäftswelt auf dem Kieler Ostufer (Sonderveröffentlichung der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte), gebundene Ausgabe - 1. Oktober 2016, Preis €14,95.

Aufgrund eigener Kindheitserinnerungen und umfangreicher Recherche im Stadtarchiv und bei Nachkommen der damaligen Geschäftsinhaber, wobei ihm auch zahlreiche Fotos und Dokumente zur Verfügung gestellt wurden, ist ein umfangreiches Werk über das Gaardener Geschäftsleben von etwa 1900 bis zur Jahrtausendwende entstanden.

Eine bunte Gesellschaft prägte die Geschäftswelt des 20. Jahrhunderts: Kaufleute, Drogisten, Friseure, Gastwirte und viele andere Kleinunternehmer versorgten diesen typischen Arbeiterstadtteil. Der Umbruch kam mit der Niederlassung auswärtiger Supermärkte und Handelsketten. Viele inzwischen alt gewordene Einzelhändler gaben auf, aber neue kamen hinzu und behaupten sich mit speziellen Angeboten. Ehlert hat viele Unternehmer, deren Familien und Angestellte befragt und zeichnet akribisch und mit Anteilnahme ihren Lebensweg nach. Zahlreiche Abbildungen gewähren einen nostalgischen Einblick in eine gar nicht so weit zurückliegende Zeit. Das Ergebnis ist ein Lesebuch, ein Geschichtsbuch, ein Bilderbuch des alten Kiel-Gaarden.

Das Textilkaufhaus Stahl & Stiller, das Möbelhaus August Strunk, Betten-Mohr, Hut-Schmidt, Eis-Tempel, Heimtextilien Jürgen Hoffmeister, die Friseure Diesenberg und Pascoletti, die Radio-Geschäfte Böttcher und Westphal, der Lebensmittelgeschäfte von Dora Stamp und Heinz Grunge, die Bäckereien Raeth und Ratjen, die Milchgeschäfte Pautke und Christen, die Schlachtereien Rath und Möbitz, die Schreibwarengeschäfte von Volbehr oder Bentz, die Probierstube Minsel, die Drogerien Harder, Friedrichsen und Maurmann, Räucherei Mahrt, um nur einige zu nennen, alles Namen von Geschäften, die längst Gaardener Geschichte sind, die aber hier wieder auflebt. Am Anfang stand das 30. Jubiläum der Gaststätte „Bambule” (vormals „Iltishalle”), für das die Geschichte des Hauses Iltisstraße 49, in dem Ehlert geboren wurde und aufwuchs, aufgeschrieben werden sollte.

Für "alte" Gaardener werden Erinnerungen wach, haben doch all diese Geschäftsinhaber die Gaardener Vereine weitgehend unterstützt. Man braucht ja nur die alten Vereinszeitungen des TSV Gaarden oder der FSV Borussia oder die Gildehefte der Alten Gaardener Gilde durchzublättern. Dann fällt man über all die Inserate dieser Geschäfte. Es verstand sich von selbst, dass diese Geschäftsleute auch Mitglied in den Vereinen waren. Wenn man dieses Buch in Händen hält, wird einem richtig bewusst, wie Gaarden sich vor allem in den letzten 30 Jahren verändert hat zum Vielvölker-Stadtteil und auch zu einem Stadtteil mit zu wenig Arbeit und entsprechenden sozialen Problemen. Kurz und bündig: Dieses Buch ist für jeden Gaardener und jeden, der Gaarden liebt, ein Muss.

Dieter Bünning